Stimmen aus Serbien zum Terroranschlag auf die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo!

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Nach dem vorgestrigen Terroranschlag auf den Sitz der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ in Paris, bei dem 12 Menschen getötet wurden, bewerten Experten den Kampf gegen Terrorismus nicht nur als ungelungen, sondern meinen vielmehr, dass der Krieg entflamme, und zwar auf eine für ihn charakteristische Weise, mit gelegentlichen Anschlägen. Der Professor an der Fakultät für politische Wissenschaften in Belgrad Dragan Simeunović erklärte für unseren Rundfunk, dass die größte Verantwortung für diesen Anschlag bei den französischen Sicherheitsdiensten liege, und dass das gesamte Management zurücktreten sollte. „Erklärungen, dass vor diesem ein paar andere Anschläge verhindert worden seien und die Täter festgenommen worden seien, sollen die Bevölkerung nur täuschen. Solche Geschichten gleichen den Geschichten eines k.o. geschlagenen Boxers, der behauptet der eigentliche Sieger zu sein, weil er davor ein paar Schläge verhindert habe“, sagte Simeunović. Er fügte hinzu, dass man den Krieg gegen den Terrorismus nicht verstehe. „Terrorismus ist ein viel komplexeres Problem und zuerst muss man seine Ursachen klären, und in Frankreich ist es am ersten Platz die Spannung zwischen der arabischen und der ursprünglich französischen, christlichen Bevölkerung. Die Ursachen muss man auch in der Armut und Arbeitslosigkeit suchen, die vor allem die arabischen Jugendlichen in Frankreich betrifft, und die sich infolge dessen von radikalen Ideen und Aufrufen richten lassen, so wie der jüngste, hinter dem die Islamische Staat steht“. Professor Simeunović ist der Ansicht, dass die Ursachen sehr tief seien, was auch die immer häufigeren Massenproteste in letzter Zeit bestätigen würden. „Deshalb ist es nicht gut, Sachen unter den Teppich zu kehren, weil die direkten Täter nur der Gipfel des Eisbergs und nicht sehr wichtig sind. Man hat nichts mit ihrer Festnahme und Tötung bekommen. Frankreich muss sich mit seiner Fremdenfeindlichkeit konfrontieren, welche junge Araber und Muslime überhaupt sehr gut erkennen“, stellte Dr. Simeunović fest.

Dr. Radomir Milašinović, Professor an der Fakultät für Sicherheit der Belgrader Universität meint, dass Europa der Verantwortung für die Eskalation des radikalen Islams auf seinem Territorium nicht entgehen könne, da es, wie er betonte, die drohenden Gefahren nicht ernst genommen und angemessen reagiert habe. „Europa hat nur das geschützt, was nicht schützbar ist, nämlich eine neue Kultur in Hinsicht eines aktiven Vorgehens gegen Terroroperationen zu entwickeln. Dies ist eine Warnung, dass man die eigene Vorstellung eines Problems nicht immer in den Vordergrund stellen sollte“. Er meinte auch, dass die internationale Gemeinschaft immer noch nicht einsehe, was für eine Gefahr von diesem religiösen Terrorismus drohe und es deshalb keine passende Antwort gebe. „Dies ist eine tragische Warnung nicht nur für Frankreich, sondern auch für die ganze Welt, dass der Terrorismus nicht an mehreren Fronten, sowie mit selektiver Kriegsführung, bekämpft werden kann. Eine selektive Haltung überhaupt kann in Bezug auf dieses Problem keine Ergebnisse bringen.“ Professor Milašinović erinnerte daran, dass wir solch eine Einstellung schon auf eigenem Leib gespürt haben, als eine Terrororganisation in Kosovo und Metohija, die UCK, zur Befreiungsbewegung erklärt und ihr ein Land geschenkt worden sei, was sich in vielfältiger Hinsicht als tragisch erwies. Die Welt scheint nicht begreifen zu können, dass die Menschenrechte und Freiheiten universell sein müssen und nicht einzeln und selektiv. Er wies darauf hin, dass auch der jüngste gut organisierte und ausgeführte Terroranschlag in Frankreich noch ein Indikator für die gute Organisierung und Vernetzung der islamischen Terroristen weltweit sei.

Quelle: Voiceofserbia.org

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