Belivuk töte den Söhn von Arkans Freund

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Generationen der Unterwelt
Foto: MN Press/Kurir/Zorana Jevtic/Adria media group/Privatna arhiva

Wie jetzt bekannt wurde, entführen die Mitglieder des Kavač-Clans letztes Jahr Nikola Stanišić. Beweise hierzu veröffentlichte die montenegrinische Zeitung „Vijesti“.

Staničić war selbst Mitglied im Škaljari-Clan. Slobodan Kašćelan, Belivuk und Radoje Zvicer ließen ihn entführen und foltern, um an Informationen über ihre Konkurrenten zu kommen.

Dabei gingen sie vor, wie in einem Agentenfilm. Sie überwachten tagelang das Haus, in dem er lebte und registrierten jede Bewegung ihres Opfers, bevor sie zuschlugen.

Irgendwann war der perfekte Zeitpunkt gekommen. Sie lauerten ihm am 1. August 2020 auf, schlugen ihn mit einer Eisenstange auf den Kopf. Dann fesselten sie ihn und schafften ihn weg. Staničić befand sich gerade auf dem Weg von Kotor nach Vrmac, als dies geschah.

Sie ließen ihn beten, bevor er starb

Im Anschluss fuhren sie mit ihrem wehrlosen Opfer in Richtung Njeguši. Bereits auf dem Weg begannen sie mit der Folter. Er sollte ihnen nicht nur Interna seiner eigenen Gruppe verraten, sondern ihnen auch Zugang zu seinem verschlüsselten Handy verschaffen. Nicht zuletzt ging es auch darum, wie gut die gegnerische Organisation bewaffnet sei.

Nach allen Torturen gestatteten die Mörder Staničić in der Nacht vom 2. auf den 3. August zu beten. Als er Gott um Vergebung bat, feuerten sie ihm mehrere Kugeln in den Hinterkopf.

Danach verwischten sie alle Spuren der Tat. Srđa Jurišević, einer der Täter ließ Staničićs Motorrad verschwinden. Er lud es in einen bereitgestellten Lieferwagen und fuhr mit ihm davon.

Die Leiche brachten sie in den Nationalpark Lovćen zum Haus des ebenfalls Angeklagten Krsto Maroš. Die montenegrinische Zeitung berichtet, dass dieser „ihnen bereits im Voraus versprochen hatte, bei der Beseitigung aller Spuren des Mordes zu helfen. Bei ihm begruben sie dann auch die sterblichen Überreste.“

Aber so gründlich die Täter auch vorgingen, so war es, wie bei vielen ihrer anderen Taten, ihre Kommunikation untereinander, welche ihnen zum Verhängnis wurde. Denn sie wussten nicht, dass ihre verschlüsselten Smartphones, ihnen weitaus weniger Sicherheit bot, als gedacht. Die Behörden erhielten durch EUROPOL, die europäische Polizeibehörde in Den Haag, Zugriff auf die angefallenen Daten.

Bereits aus anderen Fällen weiß man ja schon, dass sich gerade Belivuk äußerst gerne und detailliert über seine Verbrechen ausließ. Bei manchen der von ihm in Auftrag gegebenen Morde wollte er gar eine „Live-Schaltung“, um seine Opfer noch vor ihrem Ende zu verhöhnen.

Sein Vater war einer von Arkans engsten Freunden

Nikola Staničić selbst umgab derweil ein dunkles Geheimnis. Denn offiziell war er bereits seit dem Jahr 1998 verschwunden. Er hatte es damals vorgezogen, unterzutauchen, nachdem sein Vater Raka „Dilinger“ im Jahr zuvor vor dem Eingang des Hotels Mogren in Budva mit einer Kalaschnikow niedergestreckt worden war.

„Dilinger“ war weiterhin eine klassische Unterweltgröße der 1990er-Jahre. Einst half er niemand Geringerem als Željko Ražnatović Arkan bei der Flucht aus einem schwedischen Gefängnis. Die beiden waren miteinander befreundet.

Bei so einer Verstrickung in kriminelle Machenschaften gingen die Behörden davon aus, dass auch „Dilingers“ Sohn Nikola nach dem Tod seines Vaters liquidiert worden sei. Tatsächlich tauchte er aber ein Jahr später unter und ging weiterhin seinen kriminellen Machenschaften nach. Bis der Kavač-Clan ihn in die Finger bekam.

Werden noch weitere tote Unterweltgrößen auftauchen? Wie konnte ein Mann über so eine lange Zeit unentdeckt bleiben? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: mondo.rs

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