Lehrer und Erzieher demonstrieren in Belgrad für Reformen

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Lehrer und Erzieher forderten heute umfangreiche Reformen
Foto: Tanjug

In Belgrad fand heute Vormittag eine Demonstration der serbischen Schullehrer und Erzieher statt.

Unter dem Motto „Wir geben nicht auf“ fordern sie von der Regierung und vom Parlament die Verkleinerung der Schulklassen. In einer Petition, welche bereits von 30.000 Mitgliedern der Lehrergewerkschaft unterzeichnet wurde, verlangen sie die Verkleinerung der Klassen auf unter 24 Schüler.

Die Vorsitzende der Gewerkschaft der Angestellten im Bildungssektor Serbiens, Jasna Janković, sagte: „Wenn wir eine bessere Ausbildung für jedes unserer Kinder haben wollen, müssen wir die Anzahl der Schüler in einer Klasse reduzieren.

Die staatlichen Behörden müssten dringend von Grund auf beginnen, wenn sie die Anpassung des Bildungssektors an die Standards der Europäischen Union erreichen wollten. Dazu gehöre dringend ein Maximum von 24 Schülern, erklärte sie weiterhin.

Moderner Unterricht nur für Hauptstadtkinder?

Vesna Jerotijević wandte sich zudem im Namen der Lehrer an die Versammelten und machte auf einen weiteren Missstand aufmerksam. Dabei geht es um die Verteilung von kostenlosen Tablets an Grundschulkinder. Allerdings ist es bisher vom Bildungsministerium lediglich vorgesehen, die Belgrader Grundschüler mit dieser modernen Technik auszustatten.

Jerotijević nannte dies eine „Diskriminierung von Kindern“. Es sei eine absolut unzulässige Nachricht, welche somit an die Kinder aller anderen Landesteile geschickt werde. An das Publikum gewandt rief sie: „Entschuldigen Sie sich dafür, dass Sie nicht in Belgrad leben!“ Die Regierung und die zuständigen Behörden sollten sich für ihr Handeln schämen.

Ab morgen sollen die Tablets derweil ausgeteilt werden.

Dragana Jelić, die Vorsitzende der Gewerkschaft der Vorschulmitarbeiter in Bačka Palanka, „Mladost“, forderte zudem eine bessere Koordinierung im Bereich der landesweiten Vorschulbildung. Diese weise enorme Unterschiede von Stadt zu Stadt auf.

Der Demonstrationszug aus Lehrern und Erziehern zog sich durch die Innenstadt zum Ministerium für Bildung, Wissenschaft und technologische Entwicklung. Mit Trillerpfeifen und Transparenten versuchten die Teilnehmer sich Gehör zu verschaffen.

Gerade der Bildungssektor gilt europaweit als Schlüsselfeld für die wirtschaftliche Entwicklung. Auch in anderen Ländern des Kontinents demonstrieren regelmäßig Lehrer und Eltern gegen die vielerorts aufgetretenen Mängel aufgrund einer weitverbreiteten jahrzehntelangen Sparpolitik.

Wie beurteilt Ihr das serbische Schulsystem? Sind die Forderungen der Lehrer gerechtfertigt? Schreibt es uns in die Kommentare.

Quelle: politika.rs

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