Montenegro säubert Staatsapparat nach Verhaftung Velja Nevoljas

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Velja Nevolja Belivuk
Foto: Kurir/Zorana Jevtić

Die Verhaftung von Velja Nevolja zieht jetzt anscheinend auch immer größere Kreise in Montenegros Beamtenapparat.

In der montenegrinischen Polizei ist es bereits zu Entlassungen gekommen. Derweil ist die Öffentlichkeit ganz besonders gespannt, ob die Entlassungswelle auch den Leiter der Abteilung für Organisiertes Verbrechen, Zoran Lazović, betrifft. Denn manche scheinen bereits zu munkeln, dass es sich bei ihm eher um Velja Nevoljas Chef, als den einer der wichtigsten Polizeiabteilungen handeln könnte.

Andrija Mandić, der Parteivorsitzende der Demokratischen Front, sagte dies sogar öffentlich.

Der amtierende Direktor der Polizei Montenegros, Zoran Brđanin, wiegelt derweil ab und verweist auf das neue Regelwerk der Personalabteilung. Demnach hätte man bei internen Prüfungen festgestellt, dass viele Positionen von Assistenten, Polizeidienstleitern und sogar beim Geheimdienst überbesetzt oder vollständig überflüssig wären.

Die Entlassungen entsprechen, laut Brđanin, einen allgemeinen Verschlankung des Staatsapparates sowie einer Systematisierung und Restrukturierung der Arbeitsplätze.

Aber auch die Politik sieht das etwas anders als der oberste Polizeichef. Denn die neue Regierung ist daran interessiert, mit den alten Verhältnissen umfangreich aufzuräumen. Insbesondere der stellvertretende Ministerpräsident Dritan Abazović setzt sich für die Entlassung von Lazović ein.

Abazović stellte bereits im Vorfeld klar, dass der Rauswurf Lazovićs oberste Priorität habe, „es sei denn, er verlässt sein Amt freiwillig“.

Unterstützung aus der Justiz

Aus dem Justizapparat erfährt Lazović hingegen große Unterstützung. Denn der Generalstaatsanwalt des Landes, Milivoje Katnić, stellt sich demonstrativ vor den Polizeichef. Dieser sei der bete Polizist auf dem Balkan. Seine Entlassung wäre ein enormer Verlust für die Verbrechensbekämpfung.

Auch bezeichnete er Mandićs Behauptungen als vollkommen abwegig. Vielmehr hätten „Verbrecher aus Serbien“ den Plan verfolgt, Belivuk nach Montenegro zu schicken, damit dieser Lazović aus dem Weg räume.

„Verbrecher aus Serbien“, welche montenegrinische Kriminelle nach Montenegro schicken, um den dortigen Polizeichef aus dem Weg zu räumen, welcher von der neuen Regierung selbst verdächtigt wird, kriminell zu sein – das wirft sicherlich weitere Fragen auf.

Was haltet Ihr von der Aussage des Staatsanwaltes? Wie beurteilt Ihr bisher überhaupt die neue montenegrinische Regierung? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: mondo.rs

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