Wegen Coronamaßnahmen: Albaner blockieren Straße bei Podgorica

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Moschee von Tuzi
Foto: Printscreen

Die von der montenegrinischen Regierung ausgerufenen Coronamaßnahmen haben ersten Ärger ausgelöst. Wenig überraschend betrifft dies die albanische Minderheit im Land.

In der hauptsächlich von Albanern bewohnten Kleinstadt Tuzi in er Nähe von Podgorica kam es heute zu einer Großversammlung. Die Demonstranten blockierten auch eine naheliegende Hautverbindungsstraße in Richtung Shkodra.

Der Auslöser für die Proteste war der Beschluss der Regierung, Cafés, Bars und sonstige gastronomische Einrichtungen im Ort aufgrund der Coronalage zu schließen. Die Teilnehmer der Demonstration sehen dies jedoch als Diskriminierung und als Racheakt der Regierung Montenegros. Lautstark forderten sie daraufhin das persönliche Erscheinen von Ministerpräsident Zdravko Krvokapić sowie seines Stellvertreters Dritan Abazović. Abazović ist selbst montenegrinischer Albaner.

Der Gemeindevorsitzende von Tuzi, Niko Gjeloshaj, erklärte gegenüber Pressevertretern: „Sie müssen mit uns sprechen. Denn dann sehen wir, warum sie uns diskriminieren und was sie hier stört. Nichts kann mit Gewalt durchgesetzt werden.“

Heute Morgen war die Polizei nach Tuzi gekommen, um die Einhaltung der Coronamaßnahmen zu überprüfen und durchzusetzen.

Demonstranten vermuten „Rache“ der Regierung

Die Demonstranten vermuten, dass die Regierung sich an der Stadt „rächen“ wolle, da die Einwohner zum sogenannten Jahrestag der „Republik Kosovo“ deren sowie die albanische Flagge gehisst hatten. Dies war wohlgemerkt vor fast zwei Wochen passiert.

Als die Polizei heute morgen kam, teilte Gjeloshaj den Polizisten daraufhin mit, sie sollten der Staatsanwaltschaft eine Botschaft übermitteln. Denn „wenn dies so weitergeht“, würde er die Bürger der Stadt zum offenen Widerstand auffordern.

„Diese Entscheidung ist persönlich. Sie ist die Rache für das Hissen der Flagge von Kosovo. Keine Gemeinde aus der ersten Gruppe wurde geschlossen, einzig wir wurden aus der ersten Gruppe herausgenommen. Das sind Feinde, die sich rächen wollen, der Premierminister Zdravko Krivokapić und sein Vize Dritan Abazović. Krivokapić will sich rächen, weil ich ihn anrief, nachdem er nicht zum Tag der Staatlichkeit Kosovos gratuliert hatte“, so der aufgebrachte Bürgermeister.

Die von ihm genannten Gruppen beziehen sich auf eine Unterteilung der Gemeinden nach Infektionszahlen. Die erste ist jene mit den niedrigsten.

Widerstand mit Ankündigung

Weiterhin betonte Gjeloshaj, dass man „gegen Diskriminierung“ kämpfen wolle und dass alle Bürgerinnen und Bürger gleich seien.

„Ich werde niemandem erlauben, uns zu demütigen. Ich rufe die beiden seit gestern Abend an, aber sie wollen nicht antworten. Sie wollen in Tuzi ein Problem und uns diskriminieren. Aber niemand kann die Bürger so behandeln“, sagte der erboste Gemeindevorsitzende.

Bereits letzte Nacht hatte Gjeloshaj auf seiner Facebook-Seite bekannt gegeben, dass die epidemiologischen Maßnahmen in seiner Gemeinde nicht befolgt werden würden.

Neben Tuzi hat das montenegrinische Gesundheitsministerium auch die vorübergehende Schließung aller Lokale in Danilovgrad und Bar angeordnet. Nach Aussage von Gjeloshaj hat Abazović inzwischen zudem angekündigt nach Tuzi zu fahren.

Sollte Abazović hinfahren oder ist er jetzt schon ein „Verräter“? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: politika.rs

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