Am dritten Jahrestag sind die Mörder immer noch unbekannt

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Milena Ivanovic mit Sohn beim Gottesdienst
Foto: Tanjug

Der Mord an Oliver Ivanović ist auch am morgigen dritten Jahrestag des Anschlags noch nicht aufgeklärt.

Seine Witwe Milena will nun mehr Druck auf die Ermittlungsbehörden ausüben.

Der bekannte Politiker und Gründer der „Bürgerinitiative Serbien, Demokratie, Gerechtigkeit“ (GI SDP) war am 16. Januar 2018 vor seinem Büro in Kosovska Mitrovica ermordet worden.

Die Ermittlungen der Behörden in Priština führten bis heute zu keinen abschließenden Ergebnissen, trotz mehrerer Festnahmen und der Einleitung eines Verfahrens.

Auch von Belgrader Seite wurde eine Untersuchung eingeleitet, allerdings weigert sich Priština kontinuierlich mit den serbischen Stellen zusammenzuarbeiten.

Die Witwe will dennoch nicht die Hoffnung aufgeben, wie sie gegenüber „Novosti“ erklärte. Vielmehr wolle sie sich aktiver in den Verfahren beteiligen und Druck auf die Behörden ausüben.

„Das wichtigste Ziel in meinem Leben ist es, die Täter an Olivers Mord zu finden. Ich habe einen Anwalt ermächtigt, den Prozess in Priština zu überwachen. Wir werden auch die Staatsanwaltschaft bitten, uns alle Unterlagen zu dem Fall zur Verfügung zu stellen. Auch werde ich an der nächsten Anhörung teilnehmen. Ich hoffe, dass wir alle, die Oliver geliebt und gekannt haben, alles tun werden, um seine Mörder zu finden“, so Milena Popović-Ivanović.

Nicht bestätigten Aussagen zufolge verfügen die serbischen Behörden über wichtige Angaben zum Mordfall sowie sogar über Fotos, die vielleicht den direkten Täter zeigen könnten.

Serbische Behörden verdächtigen albanische Kriminelle

In der Öffentlichkeit fielen in diesem Zusammenhang auch immer wieder die Namen von Florim Ejupi und Lirim Zeka, die sich zum Zeitpunkt der Tat in Kosovska Mitrovica befanden. Selbst Präsident Vučić hatte im letzten Jahr öffentlich die Frage gestellt, ob die beiden mit dem Mord in Verbindung stehen.

Ejupi, auch unter dem grausamen Namen „Bomber von Podujevo“ bekannt, wird beschuldigt, 2001 eine Bombe unter einen Bus von „Niš Ekspres“ gelegt zu haben. Durch die Explosion kamen zwölf Menschen um, 43 wurden getötet. Obwohl er damals aufgrund von DNA-Spuren verhaftet wurde, entkam er auf mysteriöse Weise aus der US-amerikanischen Festung „Bondsteel“ im Kosovo.

Zeka wiederum gehört dem klassischen kriminellen Milieu an. Sein Name steht in Verbindung mit Drogenschmuggel, Waffenschmuggel, Mord, Vergewaltigung und Dokumentenfälschung. In Deutschland saß er bereits aufgrund von Drogendelikten sieben Jahre im Gefängnis, konnte aber flüchten.

Priština wiederum hat bisher nur eine recht verwirrende Anklage auf die Beine gestellt. So wurde eine Gruppe von Serben beschuldigt, die Tat begangen zu haben. Ihr angeblicher Anführer Milan Radojčević wurde jedoch bis heute nicht angeklagt. Der inzwischen dreimal geänderte Text der Klageschrift sieht den Mordanschlag im Zusammenhang mit dem organisierten Verbrechen.

Die Angeklagten sollen Beweisen verschleppt und den Mord begünstigt haben. Einen Haupttäter konnte Priština jedoch nicht vorweisen. Der Prozess wurde derweil immer wieder verschoben, die zweite Anhörung zur dritten Anklage steht bis heute aus.

Haltlose Vorwürfe an SDP-Sekretärin

Zudem gilt es als überaus kontrovers, dass die albanische Seite die engste Mitarbeiterin von Ivanović, Silvana Arsović, verdächtigt, in den Mord involviert gewesen zu sein. Man unterstellte ihr, die Überwachungskameras vor dem Büro von Ivanović am Tag des Anschlags ausgeschaltet zu haben.

Ksenija Božović von der GI SDP sieht in all dem einen Skandal: „Es ist eine Schande, dass der Prozess drei Jahre nach dem Mord wieder an seinem Anfang steht und zudem noch der Fokus auf eine Anklage von Silvana Arsović gelegt wird. Sie war die erste und loyalste Mitarbeiterin, die Oliver hatte. Obwohl sie keine Beweise haben, beschuldigt die kosovarische Justiz sie der Beteiligung an dem Mord. Das hat natürlich Konsequenzen für den Gesundheitszustand der alleinerziehenden Mutter, die jetzt auch noch ihre Unschuld beweisen soll.“

Unterschlägt Priština Beweise?

Bis heute ist eine der größten Fragen in dem Mordfall, wer die Sicherheitskameras am besagten Büro am Tag des Attentats ausgeschaltet hatte. Die Belgrader Behörden beklagen zudem, dass Priština angeblich aber über Aufnahmen aus einer anderen Quelle verfügt, welche zumindest die Silhouetten der Attentäter zeigen sollen.

Auch besitze Priština angeblich DNA-Spuren. Die serbische Seite hat bis heute nicht einmal die originalen Patronenhülsen vom Tatort gesehen. Lediglich nicht verwertbare Nachbildungen sowie verschwommene Satellitenbilder wurden aus Priština zur Verfügung gestellt.

Wird der Mord an Ivanović aufgeklärt werden? Was glaubt ihr, warum er sterben musste? Schreib Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: novosti.rs

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