Erdoğan wütend auf Albaner

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Ziemlich wütend: Recep Tayyip Erdoğan
Foto: Tanjug/AP

Nachdem Priština zugestimmt hat, eine Botschaft in Jerusalem zu eröffnen, brodelt es gewaltig in der muslimischen Welt. Jetzt hat auch der türkische Präsident Erdoğan seinen Unmut kundgetan.

Denn traditionell sieht sich die Türkei als Schutzmacht der Muslime auf dem Balkan. Aber mit dem Schritt der kosovarischen „Regierung“ können sich die Türken nicht anfreunden.

Wie „Novosti“ in der heutigen Ausgabe schreibt, ist Erdoğan der Auffassung, dass die sogenannten Republik Kosovo nicht nur ihn sondern die gesamte muslimische Welt mit diesem Schritt verraten habe. „Novosti“ beruft sich dabei auf eine Aussage in der schwedischen Zeitung „Dagens Nyheter“.

Auch aus der arabischen Welt hagelt es zunehmend Kritik und Empörung. Das palästinensische Außenministerium wertete das von den Kosovo-Albanern beschlossene Gesetz zur Eröffnung der Botschaft in Jerusalem als enttäuschend. Es forderte von Priština diesen Schritt unverzüglich rückgängig zu machen.

„Das Abkommen, welches das Kosovo mit dem Besatzungsstaat [Israel ist damit gemeint] unterzeichnet hat , sowie die Absichtserklärung, eine Botschaft im besetzten Jerusalem zu eröffnen, stellen Schritte dar, die allem widersprechen, was das Kosovo ansonsten versucht, um die Welt von seiner Anerkennung zu überzeugen“, so die Erklärung der Palästinenser.

Für einen diplomatischen Text sind dies mehr als deutliche Worte, brandmarken sie die Kosovo-Albaner doch sehr deutlich als Verräter.

Auf israelischer Seite sieht man dies naturgemäß anders. Der israelische Außenminister Gabriel Aschkenasi bezeichnete die gegenseitige Anerkennung zwischen der „Republik Kosovo“ und Israel am 1. Februar als „historisch“. Danach enthüllte er eine Gedenktafel mit der Aufschrift „Botschaft der Republik Kosovo in Jerusalem, Israel“. Eine totale Provokation gegenüber den arabischen Nachbarn wie auch gegenüber Serbien.

Die Eröffnung einer „kosovarischen“ Botschaft ist Teil des Abkommens, welches die Albaner letztes Jahr im September mit Belgrad unterzeichnet haben. Die Vermittlung übernahm damals US-Präsident Donald Trump. Weiterhin sollte Israel den serbischen Kosovo als unabhängigen Staat anerkennen.

Die Kosovo-Albaner isolieren sich selbst

Die von den Albaner ausgerufene „Republik Kosovo“ wäre der erste Staat mit einer mehrheitlich muslimischen Bevölkerung, welcher eine Botschaft in Jerusalem eröffnet.

Fast alle muslimischen Länder, neben den Arabern, auch der Iran und die afrikanischen Staaten, sind traditionell auf Seiten der Palästinenser. Diese werfen Israel vor, den Palästinensern das Land gestohlen zu haben. Dementsprechend umstritten ist auch der Status der Stadt Jerusalem, die von beiden Seiten beansprucht wird.

Die Kosovo-Albaner sind somit nicht nur ihren eigenen Glaubensbrüdern in den Rücken gefallen. Sie haben zudem auch gezeigt, dass sie keine verlässlichen Partner sind. Fast 1,8 Milliarden Moslems dürften jetzt sehen, dass man der kosovo-albanischen Führung nicht trauen kann und diese wohl aus Vasallen der US-Amerikaner besteht. Auch Russland ist bereits seit sowjetischen Zeiten auf Seite der Palästinenser.

Serbien, welches noch aus Zeiten der Bewegung der Blockfreien traditionell gute Beziehungen in die arabische Welt, kann davon nur profitieren. Allerdings nur, wenn es nicht ebenfalls seine Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt.

Sollte Serbien seine Kontakte in die moslemische Welt weiterausbauen und nutzen? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: politika.rs

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