Vučić mit Delegation zum Kosovo-Dialog in Brüssel

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Präsident Vucic ist zum Dialog nach Brüssel gereist
Foto: Tanjug/ Rade Prelić

Serbien wird ab heute seine Verhandlungen in Brüssel über sein zukünftiges Verhältnis zum Kosovo fortsetzen. Die serbische Delegation zeigte sich bereits im Vorfeld motiviert und bereit für das, was uns von Seiten des Westens als „Dialog“ zwischen Belgrad und Priština verkauft wird.

Man wolle von unserer Seite zudem gleich zu Beginn nochmals drei Punkte klar stellen. Von diesen werden unsere Vertreter unter keinen Umständen abrücken. Diese sind erstens keinerlei Anerkennung des kosovarischen Parastaates, zweitens eine unbedingte Wiederbelebung des Projekts der unabhängigen serbischen Gemeinden im Kosovo und drittens die Klärung noch offener Fragen technischer Fragen.

Dazu gehören die Klärung der Schicksale von nach wie vor Vermisster, der verbindliche Schutz von Eigentum serbischer Bürger und der Kirche, die Sicherheitslage der Serben im Kosovo sowie Fragen der allgemeinen Bewegungsfreiheit unserer Bevölkerung.

Wie der serbische Präsident Aleksandar Vučić bereits vorab mehrfach angekündigt habe, richte man sich auf einen harten Schlagabtausch und so manch unfairer Manöver ein. Denn die Separatisten unter Albin Kurti wollen schwere diplomatische Geschütze auffahren. So hatte seine „Regierung“ bereits mehrfach angekündigt, Serbien wegen Völkermordes vor dem Internationalen Gerichtshof verklagen zu lassen.

Die Separatisten wollen eine Bühne und keine Lösungen

Auch besteht Kurti natürlich darauf, als Premier eines souveränen Staates behandelt zu werden. Das ist aus seiner Perspektive sicherlich nachvollziehbar, verbirgt sich doch hinter jedem Winkelzug der Separatisten nichts anderes als das Pochen auf Eigenstaatlichkeit auf Kosten Serbiens.

Tränenrührig wird es ohnehin werden. Denn auf albanischer Seite schätzt und liebt man den theatralischen Auftritt. So gab es bereits Ankündigungen, dass zu Kurtis Delegation auch die Vizepräsidentin des kosovarischen „Parlaments“, Saranda Bogujevci, gehören wird. Diese soll bei dem internationalen Zusammentreffen über ihre Kindheitserlebnisse sprechen, als die paramilitärische Einheit der „Škorpioni“ im März 1999 ihre Heimatstadt Podujevo angriff.

Was Zeitzeugengeschichten, so schlimm sie auch sein mögen, jedoch auf dem internationalen diplomatischen Parkett verloren haben, bleibt derweil unergründlich. Man liebt in Priština halt einfach das große Theater, um über eigene diplomatische Schwächen hinwegzutäuschen.

Gestern, am Vorabend des Treffens, äußerte sich Präsident Vučić dennoch zuversichtlich, was die Verhandlungen betrifft. Er werde trotz des enormen Drucks auf Serbien nicht von seiner Position abrücken und weiter für Frieden und Stabilität auf dem Balkan eintreten.

„Jeder Gespräch ist besser als ein Schuss“, so Vučić wörtlich.

Die Verhandlungen werden in jedem Fall schwierig

Parlamentspräsident Ivica Dačić äußerte sich ähnlich und verwies ebenfalls auf die übliche bombastische Geräuschkulisse aus Priština. Man kenne dies bereits. Das Ziel der Separatisten sei es immer, einen konkreten Dialog und vor allem konkrete Vereinbarungen in den Hintergrund zu drängen.

„Serbien steht auf verschiedenste Weise unter Druck. Von der Sitzung des UN-Sicherheitsrates zu Den Haag, wo man uns vorwarf, dass wir nicht kooperierten, bis hin zur EU-Blockade über die weitere Annäherung an die Europäische Union. Präsident Vučić fragte EU-Beamte nach den konkreten Perspektiven Serbiens und erhielt einfach keine Antwort. Und wenn gesagt wird, dass Serbien nicht mit Den Haag kooperiere, ist das sowieso ohne Bedeutung. Serbiens hat mehrere Präsidenten und Generäle ausgeliefert“, so Dačić.

Auch warnte er Priština eindringlich vor weiteren Versuchen, sich das orthodoxe Kulturerbe in Kosovo und Metochien als „kosovarisch“ zu etikettieren. Dies sei die unhöflichste und unanständigste Art, die Geschichte und Identität der albanischen Nation auf Kosten anderer aufwerten zu wollen, erklärte Dačić.

Petar Petković, der Direktor des serbischen Büros für Kosovo und Metochien, betonte ebenfalls, dass die Gespräche in Brüssel unterschwierigen Bedingungen stattfinden werden. Auch bestätigte er die Intentionen Prištinas, den Dialog kontinuierlich untergraben zu wollen.

Zudem ergänzte der, dass Kurti im Westen große Unterstützung genieße. Niemand würde dort auf seine Erpressungsversuche, seine Drohungen oder Provokationen eingehen. Denn die „Republik Kosovo“ sei schließlich eine Ausgeburt der Westmächte.

Tatsächlich sollte man sich von den jetzigen Verhandlungen nicht allzu viel erhoffen. Letztendlich wird Serbiens Problem mit dem Kosovo aber auch nicht in Brüssel sondern auf der Weltbühne entschieden. Und hier kann Serbien sich auf seine Partner Russland und China verlassen.

Was denkt Ihr über die neue Verhandlungsrunde? Welches Ergebnis könnte sie bringen? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare.

Quelle: novosti.rs

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